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Ergänzungs- und Fehlerliste (Erratum) zum Buch

 

Hausfäule- und Bauholzpilze - Diagnose und Sanierung (2015), 2. Auflage

Seite 26, Ende des Absatzes 1.1.2.2 Stränge: (Ergänzung)
Strangähnliche Strukturen und Stränge versus Rhizomorphen
Der Begriff Strang (englisch: strands) wird im vorliegenden Buch in der Beschreibung von Hartig (1885), Mez (1908) und Falck (1912) verwendet. Demnach sind Stränge bindfaden-, band- oder haarartige, langgezogene, oft wurzelähnlich verzweigte Mycelverbände, die sich hinter der Wachstumsfront im Oberflächenmycel entwickeln und in dieses, zumindest im jungen Zustand, eingebettet sind; z. T. liegen Stränge nach Autolyse oder Tierfraß auch frei.

Exkurs: Mikroskopisch setzen sich Stränge aus zwei oder mehr Hyphentypen zusammen, z. B. bei Braunen Kellerschwamm, Wilden und Echten Hausschwamm aus Grund-, Gefäß- und Faserhyphen (vgl. Kap. 1.2.1.2: Hyphentypen). Der Begriff Strang hat eine lange Tradition in der Literatur über holzzerstörende Pilze, auch für die deutschsprachige und europäische Normung (DIN, EN, ÖNorm), und wird z. B. in morphologischen Publikationen verwendet (z. B. Nuss et al., 1991; Moore, 1998; Carlile et al., 2001; Webster/Weber, 2007). Strangähnliche Strukturen sind beschrieben als Hyphenverbünde, die nur aus Grundhyphen bestehen (bzw. keine Gefäßhyphen haben), sich aber ebenfalls hinter der Wachstumsfront bilden. Anders verhält es sich bei Rhizomorphen, die sich auch vor der Wachstumsfront bilden können und ein Spitzenwachstum zeigen, aber auch aus zwei oder mehr Hyphentypen aufgebaut sind (vgl. Hartig, 1885).
In der Literatur zu Mykorrhiza-Pilzen und für andere Pilze hat sich parallel der Begriff Rhizomorphen für beide Arten der Hyphenverbünde etabliert (Agerer, 1998; Agerer / Iosifidou, 2004).
Die Querschnittsgliederung ist bei Strängen und Rhizomorphen ähnlich; eine Randschicht (Rinde) ist aus dickwandigen Hyphen aufgebaut und z. T. sklerotisiert bzw. verklebt. Das Innere (Mark) ist mehr aus weitlumigen Hyphen (meist Gefäßhyphen) und Grundhyphen aufgebaut. Die Stränge der einzelnen Arten unterscheiden sich in der Stringenz der Umsetzung dieses Aufbaus. Beschrieben ist dieser Aufbau früh z. B. von Townsend (1954).

Seite 26, Tabelle 1.1: Tabellen-Fortschreibung
Der Harz-Rindenpilz (Resinicium bicolor) durchdringt unter besonderen Gegebenheiten Mauerwerk; bisher liegt ein Nachweis vor.

Seite 48, Tabelle 1.3: Tabellen-Weiterentwicklung

Tabelle 1.3: Aufbau von Stränge, strangähnliche Strukturen und Rhizomorphen mit und ohne Balken

Art/Gruppe

Grundhyphen

Faserhyphen

Bindehyphen

Gefäßhyphen

Strangfarbe (entwickelt), Besonderheiten

Hausschwämme (Serpula spp.)

 Sch +, dü

 h bis (b), alt

 -

 dü

 weiß bis grau, Gefäßhyphen mit Balken

Hallimasch (Armillaria spp.)

 Sch -

 h

 -

 dü bis (dick)

 grau bis schwarz (separate Rindenschicht), Spitzenwachstum, braune Tropfen, Gefäßhyphen mit Balken

Kellerschwämme (Coniophora spp.)

 Sch -, dü

 b

 -

 dick

 braun bis schwarz, Wirtelschnallen (selten), braune Tropfen

Marmorierter Kellerschwamm (C. marmorata)

 Sch -, dü

 h bis b

 -

 dick

 braun bis schwarz, Wirtelschnallen (oft), braune Tropfen

Krustenhaut (Crustoderma spp.)

 Sch +

 -

 

 -

 ockerfarben bis braun, braune Tropfen

Braunfäuletrameten (Antrodia spp.); Strang

 Sch +, dick

  h

 (+) bis +

 dick

 weiß, Medaillionschnallen

Gelbe Braunfäuletrameten (Antrodia xanta)

 Sch +, dick

 +h

 (+)

 dick

 weiß, Medaillionschnallen selten Faserhyphen amyloid (+) bis +

Tintlinge (Coprinus spp.)

 - bis (+)

 -

 -

 -

 braun, grau bis schwarz, doppelt-rechtwinkelige Verzweigungen

Saftporlinge (Oligoporus spp.)

 Sch +

 (h)

 -

 dick

 weiß, Medaillionschnallen, Faserhyphen aelten, unter 2 µm im Durchmesser

Fältlingshäute (Leucogyphana spp.)

 Sch +

 -

 -

 (dü)

 braun bis schwarz, Gefäßhyphen mit Balken und Gefäßhyphen-Enden oft verdickt, zuweilen Sklerotien.

Kleine Fältlingshaut (L. puveruleta)

 Sch +

 -

 -

 (dü)

 weiß bis grau, Gefäßhyphen mit Balken

Hartboviste (Scleroderma spp.)

 Sch +

 -

-

 dü bis (dick)

 weiß bis cremefarben, Gefäßhyphen mit Balken, Durchmesser z. T. stark ondulierend, wie aufgereihte Blasen>

Stäublinge (Lycoperdon spp.)

 Sch -

 h

 -

 dü

 weiß Faserhyphen dextrinoid, zuweilen knotiger Verlauf

Sternsetenpilze (Asterostroma spp.)

 Sch -

 -

 -

 (-)

 ockerfarben, Sternseten vorhanden.

Stachelsporlinge (Trechispora spp.)

 Sch +

 -

 -

 dü, klein

 weiß; Septen an den Schnallen z. T. aufgeblasen

Harz-Rindenpilz (Resinicium bicolor)

 Sch +

 -

 -

 dü, klein

 weiß; Sternzystiden

Blättlinge (Gloeophyllum spp.)

 Sch +

 h bis b

 -

 -

 weiß, nur strangähnliche Strukturen; Faserhyphen hyalin bis braun (Verlauf)

Balkenblättling (Gloeophyllum trabeum)

 Sch +

 h bis (b)

 - bis (+)

 -

 weiß, nur strangähnliche Strukturen

Muschel-Krempling (Paxillus panuoides)

 Sch +

 -

 -

 dick

 lehmgelb, dickwandige Grundhyphen vorhanden.

Schleimtrüffel (Melaogaster spp.)

 Sch klein

 -

 -

 dü

 braun, sehr fein

Filzgewebe (Tomentella spp.))

 Sch -+

 b-

 -

 -

 braun, Grundhyphen fein strukturiert

Röhrlinge (Xerocomus spp.)

 Sch -(+)

 -

 -

 dü bis (dick)

 braun, grau bis schwarz

dick = dünn- bis dickwandg; dü = immer dünnwandig; Sch = Schnallen; + = kommen vor; (+) = zuweilen/selten; - = fehlen; +- = einige Arte mit andere ohne dieses Merkmal; h = hyalin, b = braun

Seite 61, unter 1.3, 5. Ende Absatz 2: Vermehrung der Pilze (Ergänzung): Aber auch nach dem Krieg sind Hausschwamm-Befälle, die durch infiziertes Brennholz verursacht wurden, beschrieben, so in Kastner (1983).

Seite 68, Tabelle 1.11: Wasser- und Feuchtequellen ... (Korrektur):
unter Kondensat (Luft) muss eine "9,1 %" stehen (14,1 % ist falsch). Hinweis: Es lohnt die Originalstudie zu lesen!

Seite 73, Zeile Crustoderma dryinum (Korrektur):
unter Fäuletyp muss eine "B" stehen, vergleiche hierzu auch Seite 376 und Abb. 5.3-21.

Seite 96, Rotfäule, unter 1 Absatz: Ergänzung: Die Bezeichnung wird heute noch zuweilen beim schnellen, visuellen Holzsortieren vor dem Einschnitt verwendet, sollte jedoch gemieden werden. Die Begriffe Weiß- und Braunfäule, oder nur Fäule bei unklarem Befund wären eindeutiger.

Seite 204, Tabelle 4.1: Tabellen-Korrektur [Fehler]
Statt "cm" muss es immer "mm" heißen; vergleiche hierzu auch Tabelle 4.6 Seite 225.

Seite 240, unter 4.2.3, Faserhyphen: Hinweis: Der Wilde Hausschwamm (Serpula himantioides) zeigt im frischem, dunklen Erdreich zuweilen auch jung schon braune Faserhyphen. Die Ursache ist unklar. In den Strängen sind die Faserhyphen in der Rindenschicht am häufigsten und fehlen oft im Strang-Mark.

Seite 240, unter 4.3, 2. Absatz: Ergänzung: Der Braune Kellerschwamm (Coniophora puteana) ist ein Astreiniger z. B. an Buchen (Chapela / Boddy, 1988). (Vergleiche hierzu die Abb. 15.5-14). Der Braune Kellerschwamm kann mindestens 3 m Mauerwerk, Putze etc. durchwachsen, wenn ein starker Befall vorhanden ist.

Seite 264, unter 4.4.3, Faserhyphen: Hinweis: Ein Kennzeichen des Marmorierten Kellerschwamms (Coniophora marmorata) ist, ähnlich wie bei den Blättlingen, ein Faserhyphen-Farbverlauf während der Strang-/Mycel-Entwicklung. Bei nicht zu dunklen Strängen finden sich oft hyaline neben hellbraunen und braunen Faserhyphen. Die Anzahl der braunen Tropfen ist i.d.R. kleiner als beim Braunen Kellerschwamm. In jungem Material besteht die Gefahr der Verwechslung mit dem Echten Hausschwamm, welcher mit Wirtelschnallen-Funden begegnet werden kann (Abb. 4.4-11). Zudem haben die meisten Grundhyphen-Septen beim Marmorierten Kellerschwamm keine Schnallen. Bindehyphen fehlen beiden Arten. Anmerkung: Braune Tropfen im Mycel/Strängen werden von einigen holzzerstörenden Pilzen gebildet, so z. B. auch von der Eichen-Krustenhaut (Crustoderma dryinum – Familie: Hyphodermataceae - siehe Seite 376)

Seite 264, unter 4.4.3, Basidiosporen/Basidien: Ergänzung: Die Basidien sind hyalin, fast säulenförmig, an der Basis etwas schmaler und eine Basalschnalle fehlt. Sie sind 35-45 (-?) µm lang und 6-8 µm breit und enden mit 4 Sterigmen von 5-6 µm Länge.

Seite 283, Tabelle 4.24, Spalte Echter Hausschwamm: Ergänzung: Die Färbbarkeit der Faserhyphen ist nicht konstant und kann mit schwach bis gut angegeben werden, also Kgr ± bis +(+); siehe Tab.-Fußnote a). Die Färbbarkeit scheint vom Erhaltungszustand der Hyphen abhängig zu sein. Je stärker die Faserhyphen gealtert sind (mikrobiell angegriffen, Feuchtewechsel etc.), je schlechter lassen sie sich oft Färben. Dies gilt auch für die Reaktion in Melzers Reagenz/Lugolscher Lösung („Dextrinoid“).

Seite 283, Tabelle 4.24, Spalte Wilder Hausschwamm: Ergänzung: Die Färbbarkeit der Faserhyphen ist nicht konstant und kann mit schwach bis mäßig gut angegeben werden, also Kgr ± bis (+); siehe Tab.-Fußnote a).

Seite 283, neue Tab.-Fußnote: a) Die Farbbarkeit von Faserhyphen und anderen Hyphen ist u. a. Abhängig von der Lagerzeit und den Lagerbedingungen, sowie dem Alter der Färbelösung.

Seite 286, unter 4.6.2, 2. Absatz (Korrektur):
Statt "...bevorzugt Nadelholz (Kiefer, Fichte, Douglasie, Eiche)."
muss es heißen: "... bevorzugt Eichen- und Nadelholz (Kiefer, Fichte und Douglasie)". [Eichenholz ist natürlich ein Laubholz.]

Seite 296, zweiter Absatz: Hinweis: Für die Fruchtkörper des Ausgebreiteten Hausporlings (Donkioporia expansa) gilt: In KOH wird nur die Porenschicht immer braun-schwarz, z. B. wenn die Fruchtkörper auf einer weißen bis hellbraunen Mycelschicht aufliegen - bleibt die Mycelschicht von KOH ungefärbt.

Seite 354, unter 5.1.2.2: Hinweis: Ein Merkmal dieser Art ist zuweilen eine Häufung von feinsten Mycelien im stark abgebauten braunfaulen Holz, welches dann davon durchzogen wird.

Seite 384, unter 6.1.1.2, Faserhyphen: Die Grundhyphen sind dünnwandig, jedoch werden die Hyphen zum Stiel hin oder im Alter z. T. auch dickwandig.

Seite 416, unter 6.3, Schicht- und Rindenpilze, 2. Absatz, 1 Satz: Wort einfügen: "meist": Die Mycelien dieser Pilze bleiben im Vergleich zu den anderen Fäulepilzen meist klein und unscheinbar ... .

Seite 442, unter Holzfeuchte und Holzabbau, 3. Ansatz, Ende zweiter Satz (Ergänzung): ... und in den Moderfäule-Kavernen bleiben die Lignin-Reste als dunkle "Schatten" liegen (Abb. 7.2.1). Schon Daniel (1994) hatte dies nach rasterelektronischen Aufnahmen vermutet. Er beschrieb es als granuläres Material, das in den Kavernen liegen bleibt.

Seite 520, unter Aufzählungspunkt 3 (Ergänzung): Beschrieben wird das Problem der Wasserdampf-Konvektion, auf das schon Schulze (1987) hinweist. Er schreibt: "Bei Holzdächern unter Aufenthaltsräumen ist das Auftreten von Wasserdampf-Konvektion unbedingt zu vermeiden. .... Es kann behauptet werden, dass die Mehrzahl der bisherigen Tauwasserschäden an Dächern nicht auf Diffusions-, sondern auf Konvektionsvorgänge zurückzuführen sind." Schulze (1987) weist auch auf die umfangreichen und genauen Abdichtungen an den Fugenstößen hin und macht deutlich, dass der Tauwasserschutz in den meisten Dächern geplant und nachgewiesen werden muss.

Literatur-Ergänzungen

Chapela, I. H.; Boddy, L. (1988) Fungal colonization of attached beech branches. I. Early stages of development of fungal communities. New Phytol. 110, S. 39-45
Carlile, M. J.; Watkinson, S. C.; Gooday, G. W. (2001) The fungi. 2. Auflage, Academic press, London, 588 S.
Daniel, G. (1994) Use of electron microscopy for aiding our understanding of wood biodegradation. FEMS Microbiology Reviews 13, S. 199-233
Karstner, R. H. (1983) Gebäudesanierung. Analyse, Planung, Durchführung. Callwey, München, 182 S.
Moore, D. (1998) Fungal morphogenesis. Developmental and cell biology series. Cambridge university press, Großbritannien, 469 S.
Nuss, I.; Jennings, D. H.; Veltkamp, C. J. (1991) Morphyology of Serpula lacrymans. In: Jennings, D. H.; Bravery, A. F. (Hrsg.) Serpula lacrymans: Fundamental biology and control strategies. Wiley Editional Offices, Chichester, S. 9-38
Schulze, H. (1987) Hausdächer in Holzbauart. Konstruktion, Statik, Bauphysik. Werner-Verlag, Düsseldorf, 299 S.
Townsend, B. B. (1954) Morphology and development of fungal rhizomorphs. Transactions British Mycological Society 37, S. 222-233

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 2. Auflage: Die Neuauflage wurde mit Blick auf die neue DIN 68800, Teile 1 bis 4, aktualisiert und um ca. 230 Seiten erweitert. Die Autoren haben darüber hinaus zahlreiche alternative Sanierungsvorschläge und Schadensschwerpunkte, wie Schäden an Holz im Außenbereich oder Doppelbefälle aufgrund von Pilzen und Insekten, ergänzt.

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Autor: Dr. rer. nat. T. Huckfeldt; Impressum, Datenschutz